Typische Arbeitsschritte beim Kamin-Verkleiden
1. Schornstein überprüfen Zuerst sollte die Stabilität des Schornsteins überprüft werden. Über die Jahre können sich zum Beispiel gemauerte Klinkersteine gelockert haben, die eventuell wieder bis zur ursprünglichen Höhe aufgemauert werden müssen. Es ist wichtig, die Höhe des Schornsteinkopfs nicht eigenmächtig zu verringern, da der Kamin sonst nicht mehr richtig funktionieren könnte und Probleme bei der Überprüfung durch den Schornsteinfeger auftreten könnten.
2. Befestigung der Unterkonstruktion Nun wird ein Grundgerüst aus Dachlatten gebaut. Bei älteren, ummauerten Schornsteinen werden die Latten an den Ecken mit Dübeln und Edelstahlschrauben befestigt, wobei nur in den Stein und nicht in die Fugen gebohrt werden darf. Bei modernen Kaminen dürfen die Latten jedoch nicht direkt in den Stein gebohrt werden. Stattdessen werden sie mit Schraubzwingen gehalten und miteinander verschraubt. Auf dieses Gerüst kommen dann Schalbretter oder wasserfeste OSB-Platten, die schließlich mit Dachpappe verkleidet werden.
Falls der Schornstein mit Klinkern ummauert oder ein Stülpkopf angebracht werden soll, können diese Schritte übersprungen werden.
3. Bleche montieren Brust-, Seiten- und Kehlbleche sollen Regenwasser, das am Schornstein herunterläuft, auf das Dach ableiten. Die Bleche werden sowohl auf der Unterkonstruktion als auch unter den Platten befestigt. Dafür müssen die Dachziegel rund um den Schornstein entfernt werden. Mit dem nötigen Know-how und Werkzeug können Bleche aus Aluminium, Kupfer oder Zink selbst hergestellt werden. Alternativ gibt es fertige Bleche im Fachhandel, die man einfach über den Schornstein stülpen kann, sodass kein Verlöten oder Vernieten nötig ist. Dabei ist es wichtig, die richtigen Maße zu beachten.
4. Platten anbringen Für die Verkleidung mit Faserzementplatten oder Schiefer werden die Eckleisten auf die richtige Länge zugeschnitten und angebracht. Die Befestigung der Platten beginnt an der Vorderseite des Schornsteins. Die Platten werden mit einer Schlagschere oder einem Einhand-Trennschleifer zugeschnitten. Naturschiefer-Platten werden von Profis mit einem Schieferhammer bearbeitet. Kunstschiefer ist für Heimwerker einfacher zu verarbeiten und wird ähnlich wie Faserzementplatten angebracht. Anschließend werden die Seiten des Schornsteins verkleidet. Der vordere Eckpunkt der ersten Platte, die waagerecht angebracht wird, sollte auf gleicher Höhe wie die oberen Eckpunkte der ersten Brustplatte liegen. Die Schräge richtet sich nach der Dachneigung. Bei der "Deutschen Deckung" laufen die oberen Ränder der Seitenplatten parallel zur Dachfläche. Zum Schluss wird die Rückseite des Schornsteins verkleidet, wobei die erste Platte an den Höhen der Seitenplatten ausgerichtet wird.
5. Kaminverkleidung vollenden Sind alle Platten angebracht, werden die Bleche miteinander verlötet (bei Zink- oder Kupferblech) oder vernietet (bei Alublech). Da sich die Grundfläche des Schornsteins geändert hat, müssen die umliegenden Dachziegel mit einem Trennschleifer neu angepasst werden. Die Ziegel an der Vorderseite werden unter das Blech geschoben, während die Seiten- und Kehlziegel oben aufliegen, damit das Wasser von der Rückseite über die abgekanteten Seitenbleche auf das Brustblech ablaufen kann. Wer Klinkersteine verwenden möchte, um den Schornstein zu mauern, muss eine Kragplatte unterhalb der Dachfächer anbringen, auf die die Steine gemauert werden. Auch bei dieser Lösung ist eine Umrandung aus Blech notwendig.
6. Fertigstellung Zum Schluss wird die obere Abdeckung des Schornsteins angebracht. Sie sorgt dafür, dass kein Niederschlagswasser zwischen Kamin und Verkleidung eindringen kann. Diese Abdeckung kann aus Blech bestehen, das über eine Öffnung für den Rauchabzug verfügt und an den Rändern nach unten abgekantet ist. Eine weitere Möglichkeit ist ein Betonkranz.