Schornsteinzug: Schornstein zieht nicht? Das hilft

Der Schornstein zieht nicht richtig: der Ofen qualmt beim Anzünden, die Scheibe wird schnell schwarz, und Rauch drückt in den Raum. Das liegt selten am Ofen, sondern am Zug im Schornstein. Dieser Ratgeber geht die sechs Ursachen durch und zeigt, woran Sie jede erkennen.Schornsteinverlaengerung

Schornsteinzug ist der Unterdruck, mit dem die warme Abgassäule im Schacht nach oben steigt und dabei frische Luft in den Ofen nachzieht. Zieht der Schornstein nicht, ist diese Säule zu kurz, zu kalt, zu weit, zu undicht, oder der Raum liefert keine Luft nach.

Kurz gesagt

Ein Schornstein zieht nicht, wenn die warme Abgassäule zu wenig Auftrieb hat. Sechs Ursachen kommen dafür in Frage: die Mündung, der Querschnitt, ein zu kalter oder zu großer Schacht, zu wenig Verbrennungsluft, das Wetter und undichte Stellen. Wann es qualmt, verrät meistens welche.

Was der Schornsteinzug ist und wie er entsteht

Der Zug entsteht aus dem Dichteunterschied zwischen den heißen Abgasen im Schacht und der kälteren Außenluft. Warme Gase sind leichter, steigen auf und ziehen von unten Luft nach.

Diese Säule arbeitet nur, solange sie warm bleibt und frei nach oben laufen kann. Drei Größen entscheiden darüber:

  • Die Temperaturdifferenz. Je wärmer die Abgase gegenüber der Außenluft sind, desto stärker der Auftrieb. Ein ausgekühlter Schacht bremst ihn sofort.
  • Die wirksame Höhe. Gemessen wird vom Rauchrohranschluss bis zur Mündung. Jeder fehlende Meter kostet Zug.
  • Der Querschnitt. Er muss zur Leistung der Feuerstätte passen. Zu weit ist genauso falsch wie zu eng.

Deshalb sind die Lösungen fast immer baulich. Höhe, Dämmung, Durchmesser und ein gerader Weg nach oben verändern das Verhalten eines Ofens spürbar, ein anderer Ofen am selben Schacht fast nie.

Wie stark der Zug sein muss und wie er gemessen wird

Den Wert, den Ihre Feuerstätte braucht, gibt der Hersteller im Typenschild oder in der Anleitung an. Eine allgemeingültige Zahl für alle Öfen gibt es nicht.

Gemessen wird im Betrieb, mit einem Messgerät am Messstutzen im Rauchrohr, wenn der Ofen auf Betriebstemperatur ist. Das macht Ihr Schornsteinfeger, und er sagt Ihnen gleich, ob der Wert zu Ihrem Gerät passt.

Rechnerisch geht es auch, bevor gebaut wird. Aus Leistung, Brennstoff, wirksamer Höhe und Querschnitt ergibt sich der zu erwartende Zug. Genau das leistet die Schornstein Querschnittsberechnung online, der sichere Weg bei einem Neubau oder einem Ofenwechsel.

Die sechs Ursachen auf einen Blick

Der Zeitpunkt, an dem es qualmt, ist der beste Hinweis. Viele beschreiben es so: der Schornstein zieht nicht, sondern drückt. Ein Ofen, der nur beim Anzünden raucht, hat einen anderen Fehler als einer, der bei Wind zurückdrückt.

Woran Sie es merkenWas meistens dahinterstecktWo Sie anfangen
Es qualmt die ersten zehn Minuten, danach läuft das Feuer Ein kalter Schacht, der noch nicht angesprungen ist Nachsehen, wie viel vom Schacht außen oder im Kalten liegt
Bei Wind drückt der Rauch stoßweise zurück Die Mündung sitzt zu tief oder zu dicht an First, Gaube oder Baum Höhe und Umgebung der Mündung messen
Es qualmt, sobald Dunstabzug, Badlüfter oder Trockner laufen Der Raum bekommt zu wenig Verbrennungsluft Fenster in Ofennähe öffnen und neu anzünden
Der Ofen hat seit dem Einbau nie richtig gezogen Querschnitt oder Wegführung passen nicht zum Gerät Rauchrohrstutzen messen, dann Bögen und waagerechte Strecke zählen
Bei Hochdruck, Nebel oder mildem, feuchtem Wetter zieht es schlecht Eine Inversionswetterlage oder Fallwinde an First, Gaube oder Baum Den Abschluss oben prüfen, bevor Sie am Schacht bauen
Der Zug ist schwach, im Mauerwerk stehen feuchte Flecken Ein zu großer oder undichter Schacht, oft mit Versottung Den Schacht von innen begutachten lassen

Die Mündung sitzt zu tief oder zu dicht am First

Ein Schornstein, der zu tief endet oder neben etwas Höherem austritt, baut nie die volle Säule auf. An ruhigen Tagen zieht er schwach, bei Wind drückt er zurück.

Wie hoch Ihrer werden muss, entscheiden die Dachform und alles, was in der Nähe der Mündung steht. Das steht ausführlich auf Wie hoch muss ein Schornstein sein?. Messen Sie zuerst dort nach, bevor Sie etwas anderes ändern.

Fehlt Höhe, wird aufgestockt statt neu gebaut. Passende Elemente für gemauerte Schächte und für bestehende Edelstahlschornsteine stehen in der Kategorie Schornsteinverlängerung.

Der Querschnitt passt nicht zur Feuerstätte

Der Querschnitt richtet sich nach dem Rauchrohrstutzen und der Leistung Ihrer Feuerstätte, nach nichts anderem. Ein weiterer Schacht bringt keinen stärkeren Zug.

Zu weit ist der häufigere Fehler. Dieselbe Gasmenge verteilt sich auf mehr Fläche, wird langsamer, gibt ihre Wärme an die Wand ab und hört auf zu steigen. Zu eng gebaut bremst den Ofen aus und drückt Rauch aus der Fülltür.

Geführt werden die Durchmesser 130 mm, 150 mm, 160 mm, 180 mm und 200 mm. Welcher zu Ihrem Gerät gehört, ergibt die Querschnittsberechnung: ein Ofen, der an 150 mm gut läuft, kann an 200 mm kalt und träge werden.

Der Schacht ist zu kalt oder zu groß

Ein kalter Schacht ist der häufigste Grund, warum ein Ofen nicht anspringt: ein Außenkamin zieht nicht so leicht an wie ein innen geführter Schacht.

Weil der Zug davon lebt, dass die Abgase wärmer bleiben als die Luft ringsum, verliert ein Schacht an der Außenwand genau die Wärme, die die Säule braucht. Kommt ein zu großer Querschnitt dazu, fallen die Abgase unter den Taupunkt, und daraus entstehen Versottung und die feuchten Flecken im Mauerwerk.

Beides löst dieselbe Maßnahme. In den zu weiten Schacht kommt ein passend dimensioniertes Edelstahlrohr, gedämmt dort, wo der Schacht kalt liegt. Welche Bauteile dazugehören, steht in der Kategorie Schornsteinsanierung mit Edelstahlrohr.

Es gelten 25 Jahre Herstellergarantie auf die Korrosionsbeständigkeit der Edelstahlteile, unabhängig von ein- oder doppelwandiger Bauart, auf flexible Edelstahlrohre 10 Jahre. Alle Systeme sind T600 zertifiziert.

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Der Raum bekommt zu wenig Verbrennungsluft

Ein Schornstein kann nur so viel Luft ziehen, wie das Haus nachliefert. In dichten, nachträglich gedämmten Gebäuden reicht das oft nicht.

Dunstabzugshaube, Badlüfter, Wäschetrockner, eine kontrollierte Wohnraumlüftung oder eine zweite Feuerstätte im selben Raum saugen stärker als ein Schornstein, der noch nicht warm ist. Ein Ofen im Keller startet zusätzlich von der ungünstigsten Stelle des Hauses.

Der Test kostet nichts. Fenster in Ofennähe kippen und neu anzünden: hört das Qualmen auf, liegt es am Haus und nicht am Schornstein, und die Antwort heißt Zuluft statt neues Rohr. Klären Sie das früh, denn kein Bauteil behebt es.

Wetter, Wind und Inversionswetterlagen

Bei bestimmten Wetterlagen zieht derselbe Schornstein plötzlich schlecht, ohne dass sich am Haus etwas geändert hat.

Bei Hochdruck und Inversion ist die Luft oben wärmer als unten, der Auftrieb wird kleiner, und an milden, feuchten Herbsttagen fällt er weiter ab. Fallwinde am First, an einer Gaube oder an einem hohen Baum drücken zusätzlich auf die Mündung.

Dagegen hilft der richtige Abschluss oben. Eine zur Nennweite passende Schornsteinabdeckung verschlechtert den Zug nicht und hält bei Wind Fallwinde von der Mündung fern. Für schwierige Lagen gibt es in derselben Kategorie Aufsätze, die gezielt den Zug verbessern.

Undichte Stellen und offene Reinigungstüren

Jede Öffnung unterwegs im Zug ist Falschluft. Sie kühlt die Abgase und nimmt der Säule den Unterdruck, den sie oben braucht.

Die üblichen Stellen sind eine nicht verschlossene Reinigungstür, der offene Anschluss einer stillgelegten Feuerstätte, Risse im gemauerten Schacht und eine undichte Verbindung am Rauchrohr. Auch zwei Geräte an einem Zug, von denen nur eines brennt, wirken genau so.

Prüfen lässt sich das von Hand. Schließen Sie alle Türen und Deckel, verschließen Sie ungenutzte Anschlüsse dicht und zünden Sie neu an. Bleibt der Zug schwach, gehört der Schacht von innen begutachtet.

So finden Sie heraus, welche Ursache bei Ihnen vorliegt

Wer den Schornsteinzug verbessern will, arbeitet von den kostenlosen Prüfungen zu den baulichen, in dieser Reihenfolge. Meistens steht der Fehler fest, bevor Sie etwas ausgeben.

  1. Den Schacht vorwärmen: eine zusammengerollte Papierfackel eine Minute in den Anschluss halten, damit die Säule anläuft.
  2. Ein Fenster in Ofennähe öffnen und neu anzünden, um das Haus als Ursache auszuschließen.
  3. Alle Reinigungstüren, Deckel und ungenutzten Anschlüsse schließen.
  4. Schacht und Mündung auf Versperrung kontrollieren lassen, bevor Sie etwas anderes vermuten.
  5. Den Rauchrohrstutzen Ihres Ofens messen und mit dem Querschnitt des Schornsteins vergleichen.
  6. Bögen und waagerechte Strecken zählen und notieren, wie viel vom Schacht außen oder im Kalten liegt.
  7. Die wirksame Höhe messen und aufnehmen, was in der Nähe der Mündung steht.
  8. Erst dann bauen: dämmen, sanieren, verlängern oder abdecken, je nach Befund.

Zwei Dinge sind nie die Antwort: den Ofen über seine eigene Anleitung hinaus hochzufahren, um Zug zu erzwingen, und einen zweiten Anschluss zu öffnen, damit es besser zieht.

Zugregler, Aufsätze und was sie wirklich leisten

Ein Zugregler erzeugt keinen Zug. Er begrenzt zu starken Zug, indem er Nebenluft zuführt, und gehört damit zum umgekehrten Problem.

Zieht Ihr Schornstein zu stark, verbrennt das Holz zu schnell und die Wärme geht durch den Schacht verloren. Dann ist ein Zugregler das passende Bauteil, abgestimmt auf Durchmesser und Anschlussart.

Bei zu schwachem Zug bleiben die baulichen Ursachen aus diesem Ratgeber die Antwort. Ein Rauchgasventilator ist der Sonderfall für Anlagen, bei denen sich Höhe, Querschnitt und Dämmung nachweislich nicht mehr ändern lassen. Das plant Ihr Schornsteinfeger mit Ihnen, weil er die Anlage abnimmt.

Was Sie bereithalten, bevor Sie Bauteile bestellen

Fünf Angaben entscheiden, welche Bauteile passen. Legen Sie sich diese zurecht, bevor Sie bestellen oder anrufen.

  • Die Feuerstätte. Hersteller, Modell und Nennwärmeleistung, dazu der Brennstoff. Das Typenschild nennt auch den Zug, den das Gerät braucht.
  • Der Rauchrohrstutzen. Gemessen statt geschätzt, und ob er hinten oder oben am Ofen sitzt.
  • Der Schornstein. Gemauert oder Edelstahl, innen oder außen geführt, mit Querschnitt und wirksamer Höhe.
  • Die Wegführung. Wie viele Bögen, wie lang die waagerechte Strecke, und wie viel davon im Kalten liegt.
  • Der Stand der Abnahme. Ob Ihr zuständiger Bezirksschornsteinfeger den Schornstein für genau diese Feuerstätte schon abgenommen hat oder ob das noch aussteht.

Ist die Anlage noch nicht abgenommen, sprechen Sie vor dem Kauf mit Ihrem Schornsteinfeger. Er sagt Ihnen, welche Bauteile er für die Abnahme sehen will.

Wann Sie den Schornsteinfeger rufen und wann uns

Rufen Sie Ihren Schornsteinfeger, sobald es um Versperrung, Abnahme oder eine Messung geht. Er sieht die Anlage vor Ort und misst den Zug im Betrieb.

Vier Fragen bringen Sie dabei am schnellsten weiter:

  • Ist der Zug von der Mündung bis zur Sohle frei?
  • Welchen Querschnitt und welche wirksame Höhe hat der Schornstein tatsächlich?
  • Passt beides zu der Feuerstätte, die angeschlossen ist oder angeschlossen werden soll?
  • Welchen Zug hat er im Betrieb gemessen, und was verlangt das Typenschild meines Ofens?

Mit diesen Angaben rufen Sie uns an. Wir bieten eine kostenlose Beratung inklusive Planung und Querschnittsberechnung und sagen Ihnen, welche Bauteile zu Ihrem Schacht und zu Ihrem Gerät passen: 02324 603-99, 7 Tage die Woche, oder info@online-edelstahlschornstein.de.

Für Lagerware gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen; Sonderanfertigungen nach Maß sind davon ausgenommen.

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Weitere Informationen

Praktische Anleitungen rund um Schornstein und Ofen stehen unter Tips, die Planungsratgeber unter Info.

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