Kaminofen und Fußbodenheizung kombinieren
Ein Kaminofen und eine Fußbodenheizung ergänzen sich gut: Der Ofen liefert an kalten Abenden schnelle, kräftige Wärme im Wohnzimmer, die Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Grundwärme und warme Böden. Damit die Kombination funktioniert, sollten Sie ein paar Dinge beachten, vom Brandschutz vor dem Ofen bis zur richtigen Regelung.
Kurz gesagt
Der Kaminofen heizt vor allem den Raum, in dem er steht. Eine Fußbodenheizung bringt Wärme dorthin, wo der Ofen nicht hinkommt, etwa ins Bad, ins Schlafzimmer oder ins Obergeschoss. Im selben Raum sollte die Fußbodenheizung über einen Thermostat mit Bodenfühler geregelt werden, damit sie herunterregelt, sobald der Ofen brennt. Direkt unter dem Ofen und auf der Funkenschutzfläche davor wird keine Fußbodenheizung verlegt.
Zwei Arten von Wärme
Ein Kaminofen gibt seine Wärme als Strahlung und über die erwärmte Raumluft ab. In der Nähe des Ofens wird es schnell warm, in entfernten Ecken und in anderen Räumen kommt nur wenig an. Eine Fußbodenheizung arbeitet anders: Sie erwärmt die ganze Bodenfläche auf eine niedrige Temperatur und gibt die Wärme langsam und gleichmäßig ab.
Gerade diese Unterschiede machen die Kombination interessant. Die Fußbodenheizung hält die Grundtemperatur, der Ofen sorgt für Spitzenwärme und Atmosphäre, wenn Sie ihn anfeuern.
Möglichkeit 1: Wasserführender Kaminofen
Ein wasserführender Kaminofen gibt einen Teil seiner Wärme an das Heizungswasser ab. Über einen Pufferspeicher kann diese Wärme auch eine Warmwasser-Fußbodenheizung versorgen. Das ist die aufwendigste Lösung: Sie brauchen einen passenden Ofen, einen Pufferspeicher, die hydraulische Einbindung in die Heizungsanlage und einen Fachbetrieb. Lohnend ist das vor allem bei einem Neubau oder einer kompletten Heizungssanierung.
Möglichkeit 2: Kaminofen im Wohnzimmer, elektrische Fußbodenheizung in einzelnen Räumen
Deutlich einfacher ist eine Aufteilung nach Räumen. Der Kaminofen übernimmt das Wohnzimmer, Räume ohne Ofenwärme bekommen eine elektrische Fußbodenheizung. Typisch sind:
- Badezimmer: warme Fliesen am Morgen, ohne den Estrich aufzustemmen. Eine Heizmatte liegt dünn im Fliesenkleber.
- Schlafzimmer oder Gästezimmer: eine Heizfolie unter Laminat oder Vinyl, die nur bei Bedarf läuft.
- Ausgebautes Dachgeschoss: Räume, die über die Zentralheizung schwer zu erreichen sind.
Eine elektrische Fußbodenheizung können geübte Heimwerker selbst verlegen, den Anschluss an das Stromnetz übernimmt eine Elektrofachkraft. Pro Kilowattstunde Wärme ist Strom zwar teurer als Holz oder Gas, in kleinen Räumen mit kurzen Heizzeiten bleibt der Unterschied aber überschaubar. Beispiele und Aufbauten für das Bad finden Sie unter Fußbodenheizung im Badezimmer.
Was kostet der Betrieb?
Mit gekauftem Buchenholz kostet eine Kilowattstunde Wärme aus dem Kaminofen rund 12 bis 13 Cent, etwa so viel wie Wärme aus einer Gasheizung. Eine elektrische Fußbodenheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme und ist damit beim aktuellen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent deutlich teurer. Als Hauptheizung für das ganze Haus eignet sie sich deshalb nur in sehr gut gedämmten Gebäuden.
In einem Bad mit 4 m² Heizfläche, das morgens und abends je zwei Stunden geheizt wird, kommen in der Heizperiode aber nur wenige hundert Kilowattstunden zusammen. Die Mehrkosten gegenüber Gas liegen dann bei grob 80 bis 90 Euro im Jahr. Dafür entfällt der Umbau des Estrichs, den eine Warmwasser-Fußbodenheizung im Bestand meist erfordert.
Kaminofen und Fußbodenheizung im selben Raum
Steht der Ofen in einem Raum mit Fußbodenheizung, gibt es zwei Punkte zu beachten.
Regelung: Brennt der Ofen, steigt die Raumtemperatur schnell. Eine Fußbodenheizung reagiert langsam und heizt sonst weiter, der Raum wird zu warm. Ein Thermostat mit Raum- und Bodenfühler regelt die Fußbodenheizung herunter, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist. Bei einer elektrischen Fußbodenheizung können Sie zusätzlich ein Zeitprogramm nutzen, etwa morgens Fußbodenheizung und abends Ofen.
Brandschutz und Aufstellfläche: Vor der Feuerungsöffnung muss ein brennbarer Fußboden durch eine nicht brennbare Fläche geschützt werden, zum Beispiel eine Glas- oder Stahlplatte. In der Regel sind das mindestens 50 cm nach vorne und 30 cm zur Seite, maßgeblich sind die Feuerungsverordnung Ihres Bundeslandes und die Vorgaben des Ofenherstellers. Unter dem Ofen und unter dieser Funkenschutzfläche wird keine Fußbodenheizung verlegt. Der Ofen ist schwer, steht dauerhaft an einer Stelle und gibt selbst Wärme nach unten ab. Bei elektrischen Heizmatten und Heizfolien schreiben die Hersteller ohnehin vor, dass Flächen unter festen Einbauten frei bleiben, damit sich keine Wärme staut.
Der Anschluss des Ofens an den Schornstein
Für den Kaminofen brauchen Sie einen geeigneten Schornstein. Fehlt er oder ist der vorhandene Schacht belegt, ist ein doppelwandiger Edelstahlschornstein an der Außenwand eine bewährte Lösung. Der Ofen wird über ein Rauchrohr angeschlossen. Der Querschnitt muss zum Ofen und zur Schornsteinhöhe passen. Besprechen Sie die Planung mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger, er nimmt die Feuerstätte vor der ersten Inbetriebnahme ab.
Eine Fußbodenheizung hat auf den Schornstein keinen Einfluss. Wichtig ist nur, dass der Ofen genug Verbrennungsluft bekommt. In sehr dichten Häusern oder bei einer Lüftungsanlage kann eine externe Verbrennungsluftzufuhr nötig sein.
Checkliste für die Kombination
- Räume aufteilen: Wo wärmt der Ofen, wo braucht es zusätzliche Wärme?
- Aufstellfläche des Ofens samt Funkenschutzfläche aus dem Verlegeplan der Fußbodenheizung aussparen.
- Thermostat mit Bodenfühler und Zeitprogramm wählen.
- Schornstein und Rauchrohr passend zum Ofen planen.
- Schornsteinfeger früh einbeziehen.
Bei Fragen zum Schornstein beraten wir Sie kostenlos, auch telefonisch unter 02324 603-99. Halten Sie das Typenschild des Ofens und die Maße Ihres Hauses bereit.